Mike in tights

Der private Transvestiten Blog

Archive for November, 2008

Transen Trost

23. November 2008

Ihr erinnert euch an meinen peinlichen Auftritt bei meiner Bank, wo ich mich notgedrungen wegen eines nicht funktionierenden Geldautomaten als Transe outen musste? Kinners, ich muss sagen, ich war anschließend ganz schön fertig.

Da gibt man sich eine solche Mühe, nach außen hin seriös aufzutreten, und dann macht einem so ein blöder Zufall einen Strich durch die Rechnung.

Jedenfalls, als ich nach Hause kam, hatte ich echt Trost nötig. Und wo bekommt eine Transe, die wegen ihrer Transvestiten Vorliebe schief angeschaut worden ist, am ehesten Trost? Richtig, bei einer anderen Transe.

Nun wollte ich aber nicht über das Transen Netzwerk in unserer Stadt mit jemandem spreche, den ich kenne. Ich wollte nicht, dass diese blöde Geschichte bei der Bank auch noch in meinem TV Bekanntenkreis die Runde macht, das war ja so schon alles peinlich genug, auch ohne dass mich womöglich in ein paar Tagen eine andere Transe noch einmal darauf ansprach.

Da hilft ja nur eines – Transen Telefonsex musste her.

Also habe ich ein bisschen im Internet gestöbert und habe mir dann wieder einmal die Nummer der Telefonsex Transen vorgenommen.

Zuerst habe ich mich beim Operator erkundigt, wer denn gerade so alles für Transen Telefonerotik zu haben ist. Dabei habe ich erfahren, dass es dort auch einen gewissen Mike gibt. Das ist ja schon etwas ungewöhnlich; meistens geben die Transen sich ja weibliche Namen.

Soviel Übereinstimmung konnte kein Zufall sein – mit diesem Ladyboy musste ich unbedingt sprechen.

Wir haben natürlich zuerst einmal beide herzhaft gelacht, als wir uns gegenseitig als “Mike” vorgestellt haben. Nur dass er kein Mike in Tights ist; er steht zwar auch auf Nylonstrümpfe und Nylonstrumpfhosen, aber längst nicht so sehr wie ich.

Trotzdem haben wir uns absolut prima verstanden, und endlich bin ich auch mit der Peinlichkeit bei der Bank herausgerückt, weil ich sie einfach loswerden wollte. Zu dem Zeitpunkt hatte mich das Telefonat allerdings schon so entspannt, dass ich dann endlich auch richtig drüber lachen konnte, statt mich zu ärgern.

Also Kinners, diese Telefonsex Transe kann ich nur empfehlen!

Transe in der Öffentlichkeit

10. November 2008

Gestern habe ich etwas gemacht, was ich normalerweise nie mache. Ich bin in aller Öffentlichkeit am helllichten Tag als Frau herumgelaufen. Wobei, es kommt schon öfter vor, dass wir Transen auch einmal einen Tagesspaziergang im weiblichen Outfit wagen, so ist das nicht.

Bloß halten wir uns dabei normalerweise weit entfernt von all den Orten und Plätzen, wo man uns womöglich trotz des Transen Outfits erkennen könnte – man weiß ja nie, wie andere Menschen darauf reagieren, und von mir wissen eben nur wenige, dass ich ein Transvestit bin – oder wo das sonst irgendwie Probleme verursachen könnte.

Allerdings war es dann so, als ich in die Tiefgarage zurückging, um mein Auto zu holen, fiel es mir ein, dass ich ja noch Geld holen musste. Und das war mir nun doch zu blöde, nur für den Gang zum Geldautomaten nach Hause zurückzukehren und mich umzuziehen.

Also bin ich schnurstracks im engen Minirock, mit meinen hochhackigen Sandaletten Größe 43 (online in einem Erotikshop speziell für Transen erworben), mit meiner ärmellosen Bluse und meinem Damenhandtäschchen zum Geldautomaten marschiert.

Und zwar zu dem Automaten, der direkt vor dem Hauptsitz meiner Bank steht, denn der ist unmittelbar neben der Tiefgarage.

Tja, Kinners – was soll ich euch sagen – wie es der böse Zufall so will, war der Geldautomat natürlich außer Betrieb.

Was jetzt, fragte ich mich entnervt. Ich hätte natürlich noch einmal loslatschen können und einen anderen Geldautomaten suchen. Schließlich hat meine Bank mehrere Filialen in der Stadt.

Aber so angenehm ist das Gehen in High Heels ja nun nicht. Ich bewundere die Frauen, die das so ganz selbstverständlich können und notfalls auch den ganzen Tag in hochhackigen Schuhen herumlaufen. Ich kann das nicht, und ich war ja nun auch schon eine ganze Weile unterwegs gewesen. Das war mir echt zu viel.

Also bin ich einfach so, wie ich war, an den Schalter marschiert und wollte mir ganz normal per Formular für die Barabhebung mein Geld holen.

Ein bisschen mulmig war es mir ja schon, denn zumindest wer auf Namen und Vornamen des Kontoinhabers achtet, weiß dann ja schon ganz genau, dass er eigentlich einen Mann vor sich haben müsste. Michael ist nun einmal kein weiblicher Vorname. Würde man mir jetzt womöglich unterstellen, ich hätte die ec-Karte dieses bewussten Michael geklaut, mir das Geld verweigern oder Schlimmeres?

Ich hoffte allerdings, dass ich auf eine/n Angestellte/n treffen würde, die/der sich das alles nicht so genau anschaute. Und meine Unterschrift war ja nun auch wirklich echt, von daher konnte nichts passieren.

Dachte ich.

Der kritisch prüfende Blick der Lady, die mich bediente, hätte mich schon misstrauisch machen müssen. Sie klang dann auch sehr streng und sehr böse, als sie mich nach meinem Personalausweis fragte.

So laut, dass es alle Umstehenden hören konnten, die mittlerweile aufmerksam geworden waren und mich neugierig anstarrten. Zumal sie sehr deutlich “Herr S.” zu mir gesagt hatte, aber da ja eindeutig eine Frau vor ihnen stand.

Ich wurde abwechselnd rot und blass. Nachdem ich mich ausgewiesen hatte, bekam ich allerdings mein Geld. Freundlicher wurde der Blick der Lady allerdings dabei nicht, und die Leute um mich herum kicherten und tuschelten zum Teil hörbar.

Auf wackeligen Knien wankte ich dann wieder aus der Bank hinaus. Und bin dort nun, ob ich es will oder nicht, als Transe geoutet.

Manchmal hat man eben einfach Pech!