Mike in tights

Der private Transvestiten Blog

Archive for the 'Erfahrungsberichte' Category

Zufälle

27. Juni 2009

Manchmal schreibt das Leben wirklich die Zufälle. Also Kinners, das muss ich euch jetzt unbedingt erzählen!

Als ich noch Student war, war ich einmal eine sogar ziemlich lange Zeit in einen Mitstudenten namens Thomas verknallt. Ein echt süßer Kerl, groß, schlank, blond und sportlich. Und klug. Er war einfach der Schwarm aller Studentinnen, und der Professoren noch dazu, denn er war einer der besten Studenten im ganzen Semester. Nur ich war ab und zu noch ein wenig besser in den Klausuren. Was ihn auch manchmal ganz schön gefuchst hat, wie ich mich merkte.

Trotzdem war ich zwar eigentlich der “Semesterprimus”, aber bei den Girls und den Profs nicht halb so beliebt wie er; ich bin einfach nicht der Typ, der im Mittelpunkt steht und bewundert wird.

Wir haben manchmal zusammen gelernt, denn er hielt es für unter seiner Würde, mit Studenten zu lernen, die nicht “sein Niveau” hatten. Ihr seht also, der Kerl war auch ganz schön arrogant, aber das schreckte mich nicht. Wenn man richtig verliebt ist, ist man nun einmal verliebt.

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Memoriey

17. März 2009

Ich weiß, Kinners, eigentlich sollte es einem Mann nicht passieren, dass er heult. Aber wir Transen sind ja eh keine richtigen Männer. Wir sind halb Mann, halb Frau – und deshalb scheren wir uns einen Teufel darum, was man als Mann nun darf und was nicht. Als Transe darf man alles! Auch heulen. Vor allem wegen einer anderen Transe. Auch wenn man diese Transe nie persönlich kennenlernen durfte.

Aber damit ihr jetzt nicht denkt, nun ist der Mike total abgedreht und plemplem, sollte ich euch vielleicht mal erklären, warum ich es heute mit dem Heulen so habe. Das liegt an gestern Abend.

Sagt euch das Duo Mary & Gordy noch was? Eigentlich seid ihr ja viel zu jung dafür, die beiden noch zu kennen. Ich bin das im Prinzip auch, aber als Transe kennt man die zwei ja trotzdem.

In gewisser Weise haben Mary & Gordy nämlich die Transen sozusagen in der Gesellschaft hoffähig gemacht. Nachdem sie ihre teils witzigen, teils melancholischen Filme und Filmchen gedreht hatten und die bei den Zuschauern so absolut gut ankamen, hatte man es als Transe einfach irgendwie leichter.

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Jemine, Kinners, wo hat man nur manchmal seine Gedanken? Ich habe mir diese Woche irgendwann mal eine neue Strumpfhose gekauft. Das war dringend fällig; und als Transe sind solche Einkäufe ja so alltäglich wie Brot besorgen. Ich mache mir auch schon längst nichts mehr aus den manchmal doch etwas komischen Blicken der Verkäuferinnen und Verkäufer von Strumpfwaren.

Okay, meistens denken die ja, wenn ein Mann Nylons kauft, der besorgt die für seine Freundin. Aber in meiner großen Größe ist das dann schon etwas unwahrscheinlicher, da ahnen einige doch schon, diese Strumpfhosen sind für mich und nicht für irgendein weibliches Wesen bestimmt.

Warum ich meine Nylons nicht im Supermarkt besorge? Aber Kinners, wo denkt ihr hin?!? Da kriegt man doch einfach keine Qualität, sondern nur das Billigzeug. Das sind keine sexy Tights, das sind einfach billige Strumpfhosen.
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Transe in der Öffentlichkeit

10. November 2008

Gestern habe ich etwas gemacht, was ich normalerweise nie mache. Ich bin in aller Öffentlichkeit am helllichten Tag als Frau herumgelaufen. Wobei, es kommt schon öfter vor, dass wir Transen auch einmal einen Tagesspaziergang im weiblichen Outfit wagen, so ist das nicht.

Bloß halten wir uns dabei normalerweise weit entfernt von all den Orten und Plätzen, wo man uns womöglich trotz des Transen Outfits erkennen könnte – man weiß ja nie, wie andere Menschen darauf reagieren, und von mir wissen eben nur wenige, dass ich ein Transvestit bin – oder wo das sonst irgendwie Probleme verursachen könnte.

Allerdings war es dann so, als ich in die Tiefgarage zurückging, um mein Auto zu holen, fiel es mir ein, dass ich ja noch Geld holen musste. Und das war mir nun doch zu blöde, nur für den Gang zum Geldautomaten nach Hause zurückzukehren und mich umzuziehen.

Also bin ich schnurstracks im engen Minirock, mit meinen hochhackigen Sandaletten Größe 43 (online in einem Erotikshop speziell für Transen erworben), mit meiner ärmellosen Bluse und meinem Damenhandtäschchen zum Geldautomaten marschiert.

Und zwar zu dem Automaten, der direkt vor dem Hauptsitz meiner Bank steht, denn der ist unmittelbar neben der Tiefgarage.

Tja, Kinners – was soll ich euch sagen – wie es der böse Zufall so will, war der Geldautomat natürlich außer Betrieb.

Was jetzt, fragte ich mich entnervt. Ich hätte natürlich noch einmal loslatschen können und einen anderen Geldautomaten suchen. Schließlich hat meine Bank mehrere Filialen in der Stadt.

Aber so angenehm ist das Gehen in High Heels ja nun nicht. Ich bewundere die Frauen, die das so ganz selbstverständlich können und notfalls auch den ganzen Tag in hochhackigen Schuhen herumlaufen. Ich kann das nicht, und ich war ja nun auch schon eine ganze Weile unterwegs gewesen. Das war mir echt zu viel.

Also bin ich einfach so, wie ich war, an den Schalter marschiert und wollte mir ganz normal per Formular für die Barabhebung mein Geld holen.

Ein bisschen mulmig war es mir ja schon, denn zumindest wer auf Namen und Vornamen des Kontoinhabers achtet, weiß dann ja schon ganz genau, dass er eigentlich einen Mann vor sich haben müsste. Michael ist nun einmal kein weiblicher Vorname. Würde man mir jetzt womöglich unterstellen, ich hätte die ec-Karte dieses bewussten Michael geklaut, mir das Geld verweigern oder Schlimmeres?

Ich hoffte allerdings, dass ich auf eine/n Angestellte/n treffen würde, die/der sich das alles nicht so genau anschaute. Und meine Unterschrift war ja nun auch wirklich echt, von daher konnte nichts passieren.

Dachte ich.

Der kritisch prüfende Blick der Lady, die mich bediente, hätte mich schon misstrauisch machen müssen. Sie klang dann auch sehr streng und sehr böse, als sie mich nach meinem Personalausweis fragte.

So laut, dass es alle Umstehenden hören konnten, die mittlerweile aufmerksam geworden waren und mich neugierig anstarrten. Zumal sie sehr deutlich “Herr S.” zu mir gesagt hatte, aber da ja eindeutig eine Frau vor ihnen stand.

Ich wurde abwechselnd rot und blass. Nachdem ich mich ausgewiesen hatte, bekam ich allerdings mein Geld. Freundlicher wurde der Blick der Lady allerdings dabei nicht, und die Leute um mich herum kicherten und tuschelten zum Teil hörbar.

Auf wackeligen Knien wankte ich dann wieder aus der Bank hinaus. Und bin dort nun, ob ich es will oder nicht, als Transe geoutet.

Manchmal hat man eben einfach Pech!

Die große Transen Party

15. Oktober 2008

Als ich neu in der Stadt war, bin ich auch einmal auf die Riesen Transen Party gegangen, die hier regelmäßig mindestens einmal im Jahr stattfindet. Bloß, da kannte ich noch keinen von den anderen Transen, und deshalb war es für mich nicht nur eine langweilige, sondern eine total grässliche Party.

Inzwischen kenne ich ja viele der anderen Transvestiten aus dem Transen Netzwerk. Wir haben uns entweder schon einmal auf der Transen Party getroffen oder kennen uns sonst privat. Man sieht sich, man begrüßt sich, man bewundert gegenseitig die Party Fummel und hat viel Spaß miteinander.

Deshalb freue ich mich immer auch auf die TV Party. (Und, Kinners – bitte nicht mit einer Fernseh-Show verwechseln …) Und dieses Jahr habe ich mich dann ganz besonders darauf gefreut.

Vor allem natürlich wegen meines neuen Anwalts, den man mir im Transen Netzwerk empfohlen hatte. Wir hatten ja fast so etwas wie ein halbes Date miteinander auf der Transen Party.

Ihr erinnert euch?

Mein Anwalt ist schon älter, hat einen deutlich sichtbaren Bauch, und er trägt eine Brille. Oder vielmehr, in der Kanzlei trägt er eine Brille. Auf der Party hätte ich ihn beinahe verpasst und übersehen, weil er da nämlich Kontaktlinsen hatte statt der Brille, nach der ich gesucht hatte.

Und dass er nun wirklich nicht ganz schlank ist und mehr als einen leichten Bauchansatz aufzuweisen hat, das hatte er auch sehr gut kaschiert in einem weich fließenden Gewand aus irgendeinem metallisch glänzenden Stoff. Er wirkte viel jünger und schlanker darin, richtig appetitlich …

Ich bin allerdings trotzdem beinahe nichts ahnend an ihm vorbei gelaufen und habe ihn nur bemerkt, weil er mich angesprochen hat.

Wobei – er hat mich nicht nur angesprochen, er hat mich auch gleich angefasst … Wie selbstverständlich legte er mir den Arm um die Schultern. Und ich spürte so ein warmes, kribbelndes Gefühl im Bauch und weiter unten …

Er stellte mich ein paar von seinen Freunden vor – in unserer Stadt ist das Transen Netzwerk schon so groß, dass man gar nicht mehr alle Transvestiten, Shemales, Schwanzmädchen und Transsexuelle kennen kann -, ein paar von meinen kamen dazu, und es war eine richtig fröhliche Damenrunde.

Äh, Transen Runde.

Er behielt die meiste Zeit seine Hände irgendwo an meinem Körper; auf meiner Schulter, auf meinem Oberschenkel, um meine Taille … Das machte mich so an, dass ich irgendwann einfach nicht mehr widerstehen konnte.

Ganz frech habe ich ihm irgendwann einfach direkt in den Schritt gefasst. Es war so, als hätte er auf diese Aufmunterung nur gewartet; sofort hat er die Arme ganz um mich gelegt, sich dabei an mich gepresst, so dass ich seine Erektion spüren und mich mit meiner daran reiben konnte.

Wir mussten uns beide zwingen, noch eine Weile auf der Party zu bleiben, und irgendwann sind wir dann zu mir nach Hause verschwunden.

Was da alles genau passiert ist,  das werde ich euch dann ein anderes Mal ganz genau schildern; am besten in einer erotischen Geschichte. Das war nämlich eine astreine, rundum gelungene Sexgeschichte.

Der neue Erotikshop

8. September 2008

Ach, Judo ist doch einfach schön – man tut was für die Figur, und Spaß macht es auch. Wobei übrigens im Judo-Club keiner weiß, dass ich eine Transe bin. Da komme ich immer ganz seriös im männlichen Outfit an. Und es gibt dort auch keine Frau und keinen Mann, die/der mich erotisch reizen würde.

So nett die auch alle sind.

Aber ich wollte euch ja erzählen, was ich neulich beim Bummeln entdeckt habe, nachdem ich mir neue Nylons besorgt hatte.

Also, Kinners, ich ging da so durch die Straßen, und auf einmal entdecke ich einen neuen Erotikshop, der gerade an dem tag aufgemacht hat.

Nun sind Erotikshops ja eigentlich nichts so Besonderes; in den meisten findet man doch immer bloß dasselbe Zeug, nur anders verpackt, und das Meiste davon habe ich halt schon irgendwo und irgendwann gesehen, denn ich gehe gerne in Sexshops; immer in der Hoffnung, doch mal was Neues zu entdecken.

Entweder heiße Dessous auch für Transen, oder neue Sextoys, oder so etwas.

Meistens werde ich ja enttäuscht, aber in diesem neuen Sexshop war es anders. Ich habe gleich entdeckt, der Laden ist etwas ganz Besonderes. Die haben sogar High Heels für Transen im Sortiment, also schicke Schuhe in Übergrößen.

Und als ich mich in der Abteilung für Reizwäsche umgesehen habe, habe ich gleich mehrere heiße Sachen entdeckt, die musste ich alle ausprobieren.

Mit einem teil war ich nicht so ganz glücklich, aber drei teile hatte ich schon für die Kasse beiseite gelegt.

Der Verkäufer, ein junger Kerl, und richtig süß, merkte wohl, dass ich mit dem vierten teil nicht ganz zufrieden war. Er hat dann gefragt, ob er mitkommen kann in die Kabine, um mir zu zeigen, wie ich die Korsage – denn genau das war es – auch für eine Transe passend zurechtrücken kann.

In der Kabine kam dann eins zum anderen – er hat an mir herumgezupft, mir hat es gefallen, kurz darauf haben wir uns geküsst – und schon hatten wir beide eine Verabredung. Was bei diesem Transen Date gelaufen ist, das schildere ich euch dann das nächste Mal.

Übrigens, den Tipp mit dem tollen neuen Erotikshop und dem geilen Reizwäsche Sortiment auch für Transen habe ich natürlich gleich an Sandra weitergegeben, die ja ganz in der Nähe wohnt. Ihr erinnert euch an Sandra vom Transen Telefonsex?

Ich denke, sie wird den neuen Erotikshop ganz bestimmt auch bald mal besuchen – und wer weiß, vielleicht springt für mich dabei sogar gleich noch ein Transen Date dabei heraus. Und wenn ich dann noch mehr Glück habe, kann ich bei diesem Transen Date sogar schon live sehen, was sie alles an Dessous in diesem neuen Sexshop gekauft hat …

Shopping

25. August 2008

Wisst ihr, was mir am Dasein als Transe so richtig auf die Nerven geht? Dass es oft so wahnsinnig schwierig ist, sich die passenden Outfits zu beschaffen. Kinners, es ist manchmal ein echter Albtraum.

Auch wenn es in den Klamottengeschäften für Frauen inzwischen eigentlich immer eine Abteilung für Übergrößen gibt – als Transe brauche ich ja – außer bei Schuhen, und das ist wieder ein ganz anderes Thema – eigentlich keine Übergrößen, denn ich bin alles andere als fett.

Wobei es schon auch fette Transen gibt. Die sind dann für die Übergrößen bei den Frauenklamotten richtig dankbar.

Aber ich bin recht schlank – nun ja, okay, ein paar Kilo abnehmen könnte ich schon, aber ich habe keinen Bierbauch! – und auch nicht besonders groß. Wenn ich so ganz normal in der menge unterwegs bin, sind die meisten Frauen mindestens so groß wie ich, teilweise sogar größer.

Da sollte es mir doch eigentlich nicht schwer fallen, mir Frauenkleidung zu besorgen, die mir richtig passt.

Ja, von wegen – irgendwie haben Männer halt eine andere Figur als Frauen. Obwohl, wenn ich mich so an meine Kollegin Glitzersteinchen-Nylons erinnere, die hat eine so eckige Figur, fast ohne Taille, mit wenig Titten und wenig Hüften – das ist fast eine männliche Figur, und die findet auch Klamotten.

Tja, Kinners – irgendwie sind wir Männer halt anders. Auch was unseren Körper und die passende Kleidung betrifft.

Deshalb kann so eine Shopping Tour für eine Transe mit Lust auf ein neues feminines Outfit zu einem richtigen anstrengenden Marathon werden, an dessen Ende man einfach nur noch total geschafft und genervt ist.

Manchmal ist es aber auch ein reines Abenteuer, ein solches Transen Shopping.

Und zwar nicht nur, wenn man in einen echten TV Shop gehen. (Ihr verwechselt das jetzt bitte nicht mit einem laden, in dem es Fernsehgeräte gibt, nein? *gggg* – Kleiner Scherz am Rande …)

Und manchmal, so wie gestern, als ich unbedingt ein paar neue Nylons brauchte und mal wieder shoppen war für Transen Outfits, dann bringt die Shopping Tour nicht nur ein paar neue Klamotten ein …

Ich hatte mir die Nylons bereits besorgt – okay, ich brauche hier 44 oder 46, weil meine Beine irgendwie anders sind als Frauenbeine, aber selbst diese Größen in Nylons kann ich ja zum Glück meistens ganz bequem im Kaufhaus oder sogar im Supermarkt besorgen – und wollte einfach noch ein bisschen bummeln gehen.

Und was dann passiert ist?

Tja, Kinners, ich muss jetzt leider weg – mein Judo-Training wartet. Aber ich erzähle euch das ganz bestimmt das nächste Mal. Übrigens, wisst ihr, was mir an Judo richtig gut gefällt? Frauen und Männer tragen für Judo dieselben Outfits; da falle ich als Transe gar nicht richtig auf …

Ihr erinnert euch an die neue Kollegin mit den fantastischen Nylons? Auch wenn an ihr sonst nicht viel dran ist, was einen mann oder eine Transe interessieren könnte, für ihre herrlichen Nylons könnte ein Transvestit glatt sterben.

Besonders gilt das für die Nylons mit den bunten Glitzersteinchen. Wobei ich es schon etwas übertrieben und affig finde, damit ganz normal bei der Arbeit im Büro herumzulaufen, aber Kinners – jeder nach seinem Geschmack.

Und für eine Fetisch Party oder auch mal so für ein geiles Treffen als Transe hätte ich solche Nylons wirklich auch gerne.

Deshalb habe ich auch gleich an dem Abend, als sie diese glitzernden Strümpfe das erste Mal anhatte, im Internet in den einschlägigen Erotikshops online nachgeschaut, die auch Nylons und anderes in Übergrößen für Transen haben, ob ich nicht etwas Ähnliches finde. Leider Fehlanzeige.

Sogar in den Shops für Partyklamotten bin ich nicht fündig geworden.

Wenn ich ebenfalls stolzer Besitzer solcher Glitzer-Nylons sein wollte, blieb mir also nur eine Wahl – ich musste die Neue direkt fragen, wo sie diese speziellen Tights her hatte. Und genau das habe ich dann heute getan.

Ein paar Tage habe ich schon gebraucht, bis ich den Mut zu dieser ja sehr intimen und frechen Frage hatte.

Erst als sie diese Nylons erneut an den Beinen hatte, gab mir das den Schub, diese peinliche Frage tatsächlich zu stellen.

Und der Zufall kam mir zu Hilfe – wir trafen uns in der Kaffeepause in der kleinen Küche im Büro, und sie hatte gerade Kaffee verschüttet. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Lady nicht unbedingt die Geschickteste ist. Ihr fällt mindestens doppelt so oft etwas herunter wie allen anderen, und wenn der Kopierer mal wieder nicht geht, dann ist garantiert sie diejenige, bei der es passiert. Mit ihrem Computer hat der Mitarbeiter, der auch den Netzwerkadministrator bei uns macht, mindestens jeden zweiten Tag zu tun – und so weiter. Man sieht schon – die Frau ist ein echter Pechvogel.

Das mit dem Kaffee gab mir allerdings die Möglichkeit, galant zu sein und ihr beim Aufwischen zu helfen – beziehungsweise es ganz alleine zu erledigen, denn kaum hatte ich mich dazu bereit erklärt, richtete die blöde Kuh sich auf und trank in aller Ruhe ihren Kaffee, während ich am Wischen war.

So konnte ich die Nylons mit Glitzersteinchen aber in aller Ruhe und ganz aus der Nähe bewundern, und als ich fertig war, habe ich sie ganz beiläufig danach gefragt, wo sie sie gekauft hat.

Und ebenso beiläufig hat sie mir von der neuen Boutique in der Fußgängerzone erzählt, ganz am Ende, an der Ecke zu einer Seitenstraße.

Das war dann also gar nicht so schwer. Und ich werde diese Boutique gleich morgen heimsuchen und euch berichten, ob es dort vielleicht auch ein paar schicke Sachen für Transen gibt.

Die Neue

14. Juni 2008

Kinners, ihr habt ja keine Ahnung, wie furchtbar langwierig das sein kann, bis alles, wirklich alles geregelt ist, wenn einer Geld in eine andere Firma steckt.

Ich finde es ja schon toll, dass für uns die Pleite abgewendet ist; aber trotzdem geht mir einiges schwer auf die Nerven, was noch so alles zu organisieren ist, vor allem, wenn es zum Teil absolut überflüssige Umorganisationen geht.

Am meisten geht mir meine neue Kollegin auf die Nerven, die uns vom Investor aufgedrückt worden ist.

Rein formell ist sie zuständig für den Workflow in unserem kleinen Betrieb, der natürlich, wie sollte es anders sein, total auf den Kopf gestellt werden muss. Okay, ich gebe es zu, das Argument, dass wir vorher mit unserem Workflow, der eigentlich gar kein Workflow war, sondern wir haben mehr oder weniger einfach vor uns hin gearbeitet, ja nicht allzu weit gekommen sind, das hat etwas für sich.

Trotzdem muss man ja nun das Kind nicht mit dem Bad ausschütten, finde ich. Außerdem vermutet jeder, und wahrscheinlich zu Recht, dass uns diese Lady einfach nur als Aufpasser und Wachhund des Investors ins Netz gesetzt worden ist, und entsprechend misstrauisch sind alle.

Nun ist sie auch nicht unbedingt die sympathischste Frau, die man sich so vorstellen kann. Sie ist wahnsinnig hübsch, wenigstens glaubt sie das und benimmt sich auch entsprechend arrogant. Ich als erfahrene Transe könnte ihr allerdings garantiert noch den einen oder anderen Tipp geben, wie sie auf jeden Fall erheblich verführerischer aussehen könnte. Falls sie denn Wert darauf legt …
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Kinners, wisst ihr, was mir manchmal echt auf die Nerven gehen? Wenn Frauen uns Transen nicht als Männer ansehen, nicht einmal als halbe Männer, also halb Frau, halb Mann, sondern als Freundinnen.

Okay, man muss nun wirklich nicht mit jeder Frau oder jedem Mann Sex haben, denen man begegnet. Man muss noch nicht einmal mit jeder Frau und jedem Mann flirten, die man gerne und die einem gefallen.

Aber wenn Frauen einen so ganz selbstverständlich unerotisch behandeln, so als ob man kein sexuelles Wesen wäre, das finde ich echt furchtbar.

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